Steuerersparnis bei Uneinbringlichkeit privater Darlehensforderungen

Der Ausfall einer privaten Darlehensforderung kann im Einzelfall bereits mit Anzeige der Masseunzulänglichkeit im Insolvenzverfahren über das Vermögen des Darlehensnehmers steuerlich berücksichtigt werden. Dies hat das Finanzgericht Düsseldorf mit Urteil vom 18.07.2018 nunmehr klargestellt.

Der Kläger gewährte dem späteren Insolvenzschuldner im August 2010 ein verzinsliches Privatdarlehen über rund 24.000,00 Euro. Ab August 2011 erbrachte der Darlehensnehmer keine Tilgungsleistungen mehr. Im Jahr 2012 wurde das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Darlehensnehmers eröffnet. Der Kläger meldete daraufhin die offene Darlehensvaluta in Höhe von rund 19.000,00 Euro zur Insolvenztabelle an. Der Insolvenzverwalter zeigte im Oktober 2012 gegenüber dem Insolvenzgericht die Masseunzulänglichkeit an. Im Jahr 2016 wurde das Insolvenzverfahren schließlich eingestellt.

Der Kläger machte den Forderungsausfall aus dem Privatdarlehen in seiner Einkommensteuererklärung für 2012 geltend. Das beklagte Finanzamt vertrat jedoch - ebenso wie zunächst das Finanzgericht Düsseldorf - die Auffassung, dass der Verlust aus dem notleidenden Darlehen nicht steuermindernd bei den Einkünften aus Kapitalvermögen berücksichtigt werden könne.

Nach daraufhin erfolgter Zurückverweisung durch den Bundesfinanzhof hat das FG Düsseldorf der Klage nunmehr stattgegeben und entschieden, dass der Verlust der Kapitalforderung bereits im Jahr 2012 berücksichtigt werden könne. Mit der Anzeige der Masseunzulänglichkeit im Jahr 2012 sei klar gewesen, dass die Insolvenzgläubiger nach Einschätzung des Insolvenzverwalters keine Quotenzahlungen mehr auf ihre Forderungen erhalten würden. Auf den weiteren Fortgang des Verfahrens und etwaige Änderungen der Vermögenslage der Insolvenzmasse bis zum Abschluss des Insolvenzverfahrens komme es nicht mehr an.

Den vollständigen Urteilstext finden Sie hier.